Christine Perseis

SERENDIPIDY

 

Eine Vernissage konnte aus bekannten Gründen nicht stattfinden, stattdessen

können wir hier einen Galerierundgang mit einer Einführung in die Ausstellung durch Sigrid Kofler zeigen.

 

 

Wir freuen uns sehr, sie virtuell im 20gerhaus begrüßen zu dürfen.

 

Christine Perseis  stammt aus Eggenfelden in Bayern, war von Klein auf dem Kreativen zugetan, hat im Bereich Werbung und Mediendesign gearbeitet, dann aber mit großer Begeisterung und Zielstrebigkeit die Bildhauerei für sich entdeckt: Holzfachschule, Meisterprüfung, Symposien, Preise, Ausstellungen, Kunst am Bau- Projekte, schließlich Übersiedlung nach Mondsee, wo sie nun lebt und arbeitet.

Die Ausstellung zeigt mehrere Aspekte ihrer vielfältigen Arbeit:

Abstrakte Arbeiten, die in ihrer modulhaften Gestaltung Bienenwaben oder Zellen ähneln und natürliche Kreisläufe thematisieren, wie zum Beispiel diese große Arbeit namens „66“.Auch andere Arbeiten dieser Werkgruppe verweisen  mit Titeln wie „Coccoon“  oder „Kristall“ auf die Natur.

Dann ihre Frauenfiguren, die naturalistische Spiegelungen ihrer eigenen Gefühlslage sind, Momente einfangen und Zustände wie Freude oder Achtsamkeit ausdrücken. Wohltuend zeigt uns Christine Perseis ein sehr natürliches Frauenbild abseits gängiger sexistischer Schönheitsideale.

Wir sehen auch das Modell der großen Plastik „the mirror“, der Spiegel, die für die Landesgartenschau in Ingolstadt konzipiert ist. Inspiriert von einem Blatt am Wegesrand spiegeln die Elemente des Objekts unsere Umgebung und uns selbst wieder und erzeugen Solarstrom, mit dem das Blatt in der Nacht sanft erstrahlt.  Christine Perseis verbindet hier die Idee des Innhaltens vorm Spiegel, der Selbstreflexion ganz aktuell mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit und der Energiewende, bei der jeder Einzelne von uns modulhaft Verantwortung fürs Ganze übernehmen muß, aber auch in Eigeninitiative Einfluss nehmen kann.

Der Titel der Ausstellung, der Begriff „serendipity“ bedeutet, beim Suchen überraschenderweise etwas Bedeutsames zu finden, nach dem man aber gar nicht gesucht hat. Man findet zB. nicht Indien, sondern Amerika, kein Blutdruckmedikament, sondern Viagra  und so weiter.

Christine Perseis empfindet ihre künstlerische Arbeitsweise gleichsam  als arbeitsames, konzentriertes Spielen, sie greift auf, was von innen und außen auf sie einströmt, und bleibt offen für die Muse, den glücklichen Zufall.  Doch als Bildhauerin gilt: ohne Fleiss kein Preis! Ich zitiere zuletzt Louis Pasteur: „Der Zufall begünstigt den vorbereiteten Geist.“

Danke für ihre Aufmerksamkeit, bleiben sie der Galerie 20gerhaus gewogen.

 

Sigrid Kofler, Mai 2020