Aldo Giannotti

MORSE ARCHITECTURE

 

Vernissage: Do. 29. Jänner 2026, 19:00 Uhr

Kuratorin: Daniela Wageneder-Stelzhammer

Eröffnung: Gabriele Spindler, Leiterin der Abteilung Kunst- u. Kulturwissenschaften, OÖ Landes-Kultur GmbH

Ausstellung bis Sa. 7. März, 12:00 Uhr

Öffnungszeiten: Fr. 15 - 18.00 Uhr / Sa. 10 - 12.00 Uhr

 

Aldo Giannotti zeigt in der Ausstellung Morse Architecture eine Lichtinstallation, Grafiken, ein Video sowie Zeichnungen.
Giannottis Werk ist vielseitig. Es reicht von geplanten Interventionen über Performances oder geheimen Aktionen bis hin zur Zeichnung als Reaktion auf seinen Alltag. Konzeptionell und stets auf den Punkt, hinterfragt er Dinge strukturell und ist in der Umsetzung seiner Ideen sehr konsequent und präzise. Die Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst ist für ihn kein zu überwindendes Hindernis, sondern immer Teil davon. Seinem beobachtenden Blick entgeht nicht viel.
Giannotti schlägt humorvolle Alternativen zur Wirklichkeit vor. Daraus ergibt sich eine befreiende Leichtigkeit, die uns daran erinnert, dass nichts unverrückbar ist – Dinge in Bewegung sind und der Bezugsrahmen von Bedeutung ist. Seine außergewöhnlichen Projekte machen Aldo Giannotti zu einem der gefragtesten Künstler, vor allem dann, wenn es darum geht, das eigene Handlungsfeld zu erweitern. Mit seinen Arbeiten gelingt es ihm beinahe mühelos, die Grenzen zwischen Kunst und Publikum verschwinden zu lassen.

 

Aldo Giannotti (* 1977 in Genua, Italien) lebt in Wien. Seine Arbeiten wurden bereits in der Albertina, der Kunsthalle Wien, dem Museum der Moderne Salzburg, dem Lentos Kunstmuseum, dem OK-Zentrum für Gegenwartskunst, dem Kunsthaus Graz sowie international u.a. in Berlin, London, Amsterdam, Moskau, Kopenhagen, Jerusalem, Bukarest oder Zagreb ausgestellt. Im Jahr 2021 realisierte er seine große Einzelausstellung „Safe and Sound” im MAMbo – Museo d'Arte Moderna di Bologna. Mit „House of Constructs” zeigte er 2024 eine der am  meist beachtetsten Ausstellungen im Kunstforum der Bank Austria. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, Stipendien und Preise. Seine Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen, wie der Albertina, der Sammlung des Bundes, dem Wien Museum, dem Lentos, dem MAMbo Museum d'Arte Moderna in Bologna und der Strabag Kunstsammlung.

Morse Architecture – Lichtinstallation: Mit Hilfe von zwei handelsüblichen Baustrahlern wird die Botschaft W.T.F. (what the fuck) vom Ausstellungsraum im Morsecode nach draußen gesendet. Es ist Kommentar, Frage und Ausdruck des Erstaunens gleichermaßen.  

Morse Architecture – Prägedrucke: Die gleichnamigen Prägedrucken sind von Hand koloriert und Vorschläge für weitere Botschaften – neben “wtf” ist in der Ausstellung in Ried “in the stillness of the night we dream”, “genocide”,  “zzz” oder “ignore the message” zu sehen.

Morse Architecture – Video: IGNORE THE MESSAGE wurde am Millstätter See aufgenommen. Es zeigt das von Hans Hollein entworfene So Art Gebäude in Kärnten bei einbrechender Dunkelheit immer wieder erleuchtet. Die Aufnahme sind im Sommer 2025 entstanden: Der Künstler ruderte mit einem Boot auf den See hinaus, während ein befreundeter Künstler das Licht des Gebäudes in Morsezeichen ein- und ausschaltete. Das Video ist idyllisch und rätselhaft zugleich.

Performing the museum sind Boxen mit Karten zur freien Entnahme mit unterschiedlichen Handlungsanweisungen für Besuchende der Ausstellung.

Spatial dispositions (räumliche Anordnungen): Die Zeichnungen sind Teil einer Serie mit meist institutionellem Bezug.

Wall drawings Zeichnungen an der Wand zählen zu Giannottis wiederkehrenden künstlerischen Vorgehensweisen, mit denen er sich mit Institution, Raum und Zeit auseinandersetzt, und sind längst zu einem unverwechselbaren Markenzeichen geworden. Er entscheidet vor Ort während des Aufbaus, welche er wählt, und zeichnet sie freihand an die Wand. Sie haben stets einen Bezug zum Ort, zu tagespolitischen Ereignissen sowie zu Fragen und Herausforderungen des alltäglichen Miteinanders. Dabei setzt er sich kritisch mit bestehenden Denkmustern auseinander.


Kuratorin: Daniela Wageneder-Stelzhammer

 


Fotos: Christine und Franz Wawrinek